Der E-Lizenz-Lehrgang

 

Die E-Lizenz bildet den Einstieg in die Schiedsrichter-Laufbahn. Obwohl diese Lizenz nominell die unterste Stufe darstellt, bedeutet dies nicht, dass hiermit geringe Anforderungen verbunden sind. Denn aufgrund der Eigenarten des American Football ist vielmehr das Gegenteil der Fall. Ein gutes Wissen um die umfangreichen Grundlagen ist unabdingbar, um bereits im ersten Jahr als Schiedsrichter erfolgreich arbeiten zu können. Um den Themenumfang begrenzen zu können, werden verschiedene Teile des Regelwerks nicht gelehrt. Dies sind vor allem die Strafdurchführung, die Regeln zum Starten der Uhr und administrative Vorgänge.

 

Schiedsrichter mit einer E-Lizenz sollen in der Lage sein, auf bestimmten, von landesverbandstypischen Rahmenbedingungen abhängigen Positionen Spiele zu leiten. In Niedersachsen, wo E-Lizenz-Inhaber üblicherweise in 5er-Crews eingesetzt werden, sind die vorgesehenen Positionen

 

  • - Linesman
  • - Linejudge
  • - Umpire

 

In Landesverbänden, die üblicherweise in 6er- und 7er-Crews arbeiten, werden die Schwerpunkte auf die Positionen von

 

  • - Linesman
  • - Linejudge
  • - Side-/Fieldjudge

 

gelegt.

 

 

Inhalte eines E-Lizenz-Lehrgangs

 

Für die erfolgreiche Betätigung auf diesen Positionen sind spezifische Kenntnisse sowohl bezüglich der Regelanwendungen wie auch der Mechanics - der Verhaltensweisen auf dem Feld - erforderlich, aber auch die Fähigkeit, bei einem Großteil der untypischen Situationen angemessen reagieren zu können.

 

Regelwerk:

 

  • - Aufbau und Inhalte des Regelbuchs und anderer Schriften
  • - Ausgewählte Definitionen und Begriffe
  • - Grundlagen des Spiels, Ausrüstung der Spieler, Spielfeld
  • - Legales und illegales Blocken
  • - Regeln zu Snaps, Formationen, Lauf, Pass und Kicks; Erkennen von Soll-Situationen und (strafbewehrten) Abweichungen; wissen, wann abzupfeifen ist
  • - Wann endet ein Spielzug
  • - Ball im Aus, Spieler im Aus
  • - Stoppen der Uhr
  • - Persönliche Fouls, Unsportlichkeiten und sonstige spielzugtyp-unabhängige Fouls
  • - Grundlagenwissen zu besonderen Situationen

 

Mechanics:

 

  • - Mechanics vor/beim Snap, bei Lauf, Pass und Kicks (LV-spezifische Positionen)
  • - Dead Ball Officiating (Verhalten am Ende eines Spielzugs)
  • - Reverse Mechanics (Verhalten bei Kick Returns, Interceptions u.ä.)
  • - Verhalten bei Foulmeldungen
  • - Benutzung von Beanbags und Flaggen
  • - Zusatzzeichen

 

Umfang:

 

Vier Tage, verteilt auf zwei Wochenenden (i.d.R. mit einem freien Wochenende dazwischen)